Die Käserei Bauhofer baut neues Reifezentrum

 

Nach einem fordernden Jahr 2020 blickt die Käserei Bauhofer positiv in die Zukunft. Verantwortlich dafür ist die Erweiterung in Kofeld-Bodnegg mit einem Reifezentrum, einer weiteren Produktionslinie sowie einem Erlebnisbereich für Endverbraucher.
 
Für den Sommer diesen Jahres plant die Käserei Bauhofer mit Sitz in Kofeld bei Bodnegg eine Erweiterung der Käserei. Dem Baugesuch wurde am Freitag, den 21. Mai 2021 vom Gemeinderat Bodnegg zugestimmt. Damit erweitert sich die Käserei in Kofeld um ca. 900 Quadratmeter. Der Baubeginn ist für Juli geplant, das neue Gebäude soll Anfang 2022 fertig sein.
Die Käserei Bauhofer wurde 1911 gegründet. Begonnen hat alles mit der Produktion von Weichkäse und Butter. 1952 begann die Käserei mit der Herstellung von Emmentaler. Seither produziert man in Kofeld Allgäuer Emmentaler in 80-Kilo-Laiben. 2017 wurden zwei neue Käselinien eingeführt, der Allgäuer Bergkäse und der Allgäuer Prinz.
 
Fokus auf regionale und nachhaltige Produkte
Bereits 1984 begann die Firma Bauhofer als erste Käserei Deutschlands mit der Produktion von Bio-Hartkäse. Bis heute werden alle Produkte des Hauses sowohl in konventioneller als auch in Bio-Qualität produziert. Bio-Lebensmittel werden mehr und mehr nachgefragt, die Corona-Pandemie hat den Trend nach Regionalität und Nachhaltigkeit verstärkt. Die Landesregierung strebt an, dass bis zum Jahr 2030 mindestens 30 Prozent der Lebensmittel in Bio-Qualität hergestellt werden. Dazu hat und wird die Familienkäserei weiterhin ihren Beitrag leisten. Das Land Baden-Württemberg ist, neben dem Europäischen Landwirtschaftsfond für die Entwicklung des Ländlichen Raumes (ELER) und der Bundesrepublik Deutschland, Förderer des anstehenden Neubaus.
Mit der Erweiterung möchte sich die Käserei langfristig aufstellen. Aus baulicher Sicht ist die Nachhaltigkeit dabei ein wichtiger Aspekt. Bei der Planung wurde deshalb darauf geachtet, dass das Gebäude höchsten Qualitätsanforderungen entspricht und einen hohen Isolierstandard vorweist. Eigens erzeugter Strom von der Photovoltaikanlage sowie eine effiziente Klimatisierungsanlage sollen für eine nachhaltige Energiebilanz sorgen. So wird beispielsweise die Wärme, welche bei der Kühlung des neuen Reifelagers entsteht, für die Beheizung des Brauchwassers in der Käserei verwendet.
Die neuen Räumlichkeiten bieten ebenfalls Platz für einen neuen Käseladen sowie einen Rundgang, um den Weg der Milch für Besucher und Familien erlebbar zu machen. Durch zahlreiche Fenster soll ein Einblick in das Käserhandwerk geschaffen werden, damit die Besucher sehen können, was aus dem Rohstoff Milch hergestellt werden kann.
„Wir wollen den Menschen zeigen, welches Handwerk und welche Liebe in unseren Produkten steckt. Eine regionale Herstellung und kürzeste Lieferwege sind für uns das A und O. Denn nur so können wir den Verbrauchern zeigen, was das Besondere an unseren Käsespezialitäten ist.“, so Martin Bauhofer, der mit Michael Bauhofer den Familienbetrieb leitet.
Die Milch stammt ausschließlich von Bauernhöfen aus dem Landkreis Ravensburg und wird tagesfrisch geliefert. In traditionellen Kupferkesseln wird diese dann verarbeitet und in sogenannte Käsepressen abgefüllt, wobei der Käse dann seine typische Form erhält. Anschließend wird er in Salzwasser gebadet, dieser Vorgang dauert je nach Käsesorte bis zu vier Tage. Während der Käse in der Salzlake ruht, dringt Salz in den Laib ein und verleiht ihm so Geschmack und Haltbarkeit. Daraufhin reift der Käse in speziell klimatisierten Räumen. Hier bleibt er über einen längeren Zeitraum und gewinnt an Aroma und Geschmack.
 
Reifezentrum als Herzstück der Erweiterung
Diese Räume bilden das Herzstück der neuen Produktionshalle. In drei Gängen mit jeweils sieben Metern Höhe können hier in Zukunft bis zu 35.500 Käselaibe in Ruhe reifen. Ein speziell neu angeschaffter Roboter wird sich auf diesen Gängen um die Pflege der, auf Fichtenbrettern gelagerten, Käse kümmern. In zwei verschiedenen Klimazonen können Sorten mit unterschiedlichen Reifezeiten gelagert werden. Diese können dort bis zu 12 Monate ihren vollen Geschmack entwickeln.